Schülerreportage

  • Der Flieger landet, man kann nichts mehr auf den Kameras, die am Heck des Airbus A380 montiert sind, erkennen - nur grau. Die Frau in der Reihe vor uns schlägt auf den Bildschirm ein, immer noch, das Bild ist und bleibt grau, in den verschiedensten Tönen, die es von grau gibt.

     

    Alle klatschen, die Tür wird aufgemacht, nach und nach verlassen die Passagiere das Flugzeug, selbst die Mutter mit dem Baby, die ganz vorne sitzt, steigt aus. Mein Blick schweift zum Fenster, wie auf den Kameras: grau, doch man kann ein großes glänzendes Gebäude erkennen, davor flitzt ein kleiner weißer Lieferwagen mit orangen Aufklebern und einer orangen Sirene entlang, es ist das Hauptflughafengebäude Pekings, mit einem „Follow me“ Auto.

     

    Auch wir steigen aus, kaum stehen wir auf der Gangway, beißt in der Nase ein unangenehmer Geruch, ja fast zum Erbrechen, jede Person, die aussteigt, setzt einen Atemschutz auf, jetzt ergibt alles einen Sinn, alles was wir mit Hilfe der Tagesschau verfolgt haben: Das graue, ja nebelige, stinkende und die Atemschutzmasken: Es ist Smog.

     

    Wir setzen uns ins Auto, abgesehen davon, dass Chinesen ihren ganz eigenen Fahrstil und Führerschein haben, haben die Einwohner von Peking auch besondere Straßen: Die Straßen sind Ringe, die um das Zentrum Pekings kreisen. Das Zentrum ist die sogenannte „Verbotene Stadt“, hier lebten einst die Kaiser, die regiert haben, doch heute ist der Palast die größte Touristenattraktion der Stadt Beijing. Der Kaiserpalast, welcher im Jahre 1406 fertig gestellt wurde, besitzt 150 000 m² bebaute Fläche mit 8704 Räumen und eine Gesamtfläche von 720 000 m². Damit die in den aktiven Zeiten des Palastes nacheinander in ihm lebenden 24 Kaiser nicht gestört wurden, schützt eine 3428 Meter lange und 10 Meter hohe Mauer den gigantischen Komplex.

     


     

    Allerdings ist nicht nur die „Verbotene Stadt“ ein riesengroßer Touristenmagnet, sondern auch die sich über 6000 km lang von der Bohai-Küste bis in die Wüste Gobi erstreckende, „Changcheng“ - übersetzt: „Lange Mauer“ (bekannter unter dem Namen „Chinesische Mauer“), sie ist einen Besuch immer Wert. In alten chinesischen Maßen, ist sie rund 10.000 Li lang, weshalb ihr Zweitname auch „Wan Li Cheng“ übersetzt: „Zehntausend-Li-Mauer“ ist. Die Qin-Dynastie begann im 7. Jahrhundert vor Christus sie zu bauen. Der Grund weshalb sie gebaut wurde, lag darin, dass die Nachbarländer anfingen, sich auszubreiten und ihre Armeen zu verstärken. Um den eigenen Staat und die Bevölkerung zu schützen, wurde entlang der Staatsgrenze erfolgreich eine Mauer gebaut. Die Arbeit an ihr dauerte 170 Jahre, während drei Kaiserhäuser regierten, die Qin-, Han- und Ming-Dynastie, danach interessierte nicht niemand mehr für dieses Großprojekt, weshalb die Mauer verfiel, doch heute sind Teile davon restauriert worden, sodass sie nicht einsturzgefährdet ist, wenn zu diesen Teilen jährlich 8,2 Millionen Touristen strömen.

     

     

    Neben der Verbotenen Stadt gibt es noch eine Reihe weiterer Tempel, in denen die Kaiser früher wohnten, zum Beispiel den Sommerpalast, den die Kaiser (wie der Name schon sagt) in den Sommermonaten als Residenz nutzten. Er wurde im Jahre 1709 erbaut, besaß 140 Gebäude, wurde jedoch von englischen und französischen Truppen im Jahre 1860 zerstört. Der neue Sommerpalast wurde vier Kilometer weiter auf und um dem Hügel der Langlebigkeit, direkt am Kunming-See, gebaut.

     

    Ein weiterer sehenswerterTempel ist der „Tiantan“ (Himmelstempel). Er wurde unter der Herrschaft der Ming-Dynastie erbaut und diente dem chinesischen Kaiser als Ort „den Himmel anzurufen“ und eine gute Ernte zu erbitten, da der Kaiser in China als Gesandter des Himmels auf Erden galt und somit mit dem Himmel während einer feierlichen Zeremonie in Kontakt treten konnte.

    Genau diese Zeremonie brachte nicht wenige Kaiser zu Fall, da man nach heutigem Wissensstand nicht mit dem Himmel kommunizieren und somit nicht den Ernte-Ertrag verbessern kann. Das chinesische Volk dachte aber, dass ihr Kaiser das Wohlwollen des Himmels verlor, wenn es mehrere schlechte Ernten gab. Damit hat der Himmel ihren Gesandten abgestoßen, weshalb der Kaiser aus Sicht des Volkes nicht mehr das Recht hatte, das Land zu regieren.

     


     

    Es gibt in Peking nicht nur Tempel, sondern auch Plätze, zum Beispiel den Tiananmen-Platz, er heißt eigentlich „Platz des Tores des Himmlischen Friedens“ benannt nach dem Haupteingangstor der Verbotenen Stadt (Tor des Himmlischen Friedens). Er wurde von chinesischen Kommunisten gebaut, nachdem sie den chinesischen Bürgerkrieg gegen die Regierung gewannen. Er wurde gebaut, damit man hier Massenaufmärsche mit über einer Million Teilnehmern organisieren kann. Bis heute ist er einer der größten Versammlungsplätze der Welt, auf ihm wurde auch die Volksrepublik China von Mao Tsetung (einem Kommunisten) ausgerufen, außerdem fanden hier noch eine Menge weiterer Aufstände und Proteste statt, wobei einige wenig später blutig von der Regierung niedergeschlagen wurden.

     

    Zu einem ganz besonderen Thema, das zu Peking gehört, habe ich eine Person befragt, die mehrere Jahre dort lebte, und zwar zum Thema Hutongs. Hutongs sind enge Gassen, die sich durch die Altstadt schlängeln, sie sind so eng, dass nicht einmal Autos sie befahren können, darum nutzen die Chinesen gerne Fahrräder oder modifizierte Fahrräder mit einem Motor. Sie sind symmetrisch um die Verbotene Stadt angeordnet, denn früher wohnten hier die Angehörigen der kaiserlichen Familie und die wichtigsten Berater. Hutong bedeutet so viel wie „umschlossener Innenhof“, da die Häuser im Quadrat gebaut wurden und es in der Mitte einen Innenhof gibt, der nicht überdacht ist, wo man gekocht, gespielt, gewaschen und gegessen hat. Die Häuser haben meist ein oder zwei Stockwerke und die sanitären Einrichtungen müssen mit mehreren Nachbarn geteilt werden.

     

    Beijing hat nicht nur „alte Steine“ zu bieten, sondern noch vieles mehr:

     

    Das erste Beispiel ist das Pekinger Olympiagelände, welches für die Olympiade 2008 erbaut wurde, die zwei bekanntesten und größten Gebäude auf dem 70.800 m² großen Areal sind das Schwimmbad und das Leichtathletikstadion. Das Schwimmbad ist besser bekannt als „Water Cube“, es sticht durch seine außergewöhnliche wabenförmige Leichtbaukonstruktion mit Folie heraus, die ähnlich wie bei der Allianz-Arena angestrahlt werden kann, doch die Form ist etwas anders, sie ähnelt der eines Würfels. Der „Water Cube“ beherbergt 10 jeweils 50 Meter lange Bahnen, ein Sprungbecken mit drei Sprungtürmen und den Platz für siebzehntausend Zuschauer, welche bei der Olympiade komplett besetzt waren. Außerdem birgt der Water Cube Chinas größtes Spaßbad. Der Wasser Park besitzt ein großes Wellenbecken, eine ziemlich große Kinderecke und mehrere Rutschen, auch Looping- und Trichterrutschen. Das Leichtathletikstadion sagt den meisten erst etwas, wenn der Begriff „Vogelnest“ fällt, denn das Stadion ist oval, mit vielen Stahlverstrebungen, sodass es an ein überdimensionales Vogelnest erinnert.

     


     


     

    Das zweite Beispiel ist der Pekinger Tierpark, er ist einer der größten Zoologischen Gärten auf dem Kontinent Asien und der bedeutendste Tierpark in China, denn er wurde für die Olympiade vergrößert, er besitzt jetzt fast 100 Hektar und rund 1500 verschiedene Tierarten. Das Umbauen hat sich gelohnt, da der Zoologische Garten jährlich bis zu zwölf Millionen Besucher anlockt, doch es war nicht immer so, der Tierpark wurde vor über einhundert Jahren gegründet, er erlebte die Entstehung der Republik China, inklusive der Invasion japanischer Truppen während des zweiten Weltkriegs und das hinterließ Spuren: Als die Volksrepublik China ausgerufen wurde, verfügte der Zoo nur über eine Handvoll Tiere. In den folgenden Jahrzehnten wurde dies jedoch Schritt für Schritt wieder ausgebaut.

     

    Peking ist heute auf der einen Seite eine moderne Millionen-Metropole mit 8spurigen Autobahnen und vielen, vielen Wolkenkratzern, mit überdimensionalen Shopping-Centern, in denen alle Weltmarken vertreten sind. Auf der anderen Seite sind die vielen erhaltenen Bauten aus der Kaiserzeit, die einen interessanten Kontrast dazu bilden.

     

         

    Egal, ob Tierpark, Spaßbad, Paläste, Tempel oder Chinesische Mauer, Peking und die umliegende Region ist immer eine Reise wert.

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